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Annex 1

Auftraggeber Brandenburgischer Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauten, Niederlassung Potsdam
Status 2013 fertiggestellt
Leistung Generalplanung LPH 1-5
Projektdaten BGF: 5.000 m²
BRI: 19.296 m³
Plangebietsgröße: 57.700 m² (Stadtplanung)
Projektinfo Der Annex 1 der Fachhochschule Potsdam ist der 4. Bauabschnitt auf dem Campus und der 1. Anbau an das vorhandene Labor- und Werkstattgebäude. Neben einer Einfügung in das städtebauliche Ensemble wird das Gebäudekonzept unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit entwickelt. Dies wird u.a. erreicht durch ein integratives, ganzheitliches Energiekonzept, einem effizienten Einsatz neuer Technologien sowie die Einsparung natürlicher Ressourcen.
Durch den Anbau des Büro- und Seminargebäudes wird der zentrale Campusplatz der Fachhochschule abschließend räumlich gefasst. Zusammen mit dem Hauptgebäude ist der Neubau das neue öffentliche Gesicht der Fachhochschule Potsdam. Der Bau beinhaltet für die Fachbereiche Design und Architektur einen Hörsaal, der erstmals als Diskussionsforum ausgebildet wurde, ein 2-geschossiges Foyer für Ausstellungen, Büroräume, Seminarräume, sowie Werkstätten und Zeichenstudios.

Pilotprojekt

Das Büro- und Seminargebäude ist ein Pilotprojekt des Landes Brandenburgs zum nachhaltigen Bauen für öffentliche Gebäude. In einer Arbeitsgruppe ‚Pilotprojekt‘ wurden mit dem MWFK, dem MdF, der Fachhochschule, dem BLB und den Planern brh und Rentschler Riedesser die Aspekte des Nachhaltigen Bauens in einer energetischen und architektonischen Konzeptstudie erarbeitet und definiert. Als Benchmark wurde das Ziel eines Jahres-Primärenergiebedarfs von unter 100kwh/(m2a) festgelegt.

Lebenszyklus

Durch eine Lebenszyklusbetrachtung im DCF-Verfahren wurden bei der Konzeption des Gebäudes nicht nur die Baukosten, sondern auch die langfristigen Betriebskosen berücksichtigt.

Fassade – Nutzerzufriedenheit

Ein wesentlicher Baustein, der zur Zufriedenheit der Nutzer beiträgt, ist die Funktionsweise der Fassade. Die Fenster werden motorisch angetrieben, um die Nachtauskühlung sicherzustellen. Je nach Luftqualität und Lufttemperatur werden die Fenster sensorgesteuert geöffnet und geschlossen. Der Nutzer hat aber die Möglichkeit, raumweise diese Steuerung mittels einer Vorrangschaltung seinen eigenen Wünschen anzupassen. Das Fenster ist als Kastenfensterkonstruktion mit einem äußeren Parallel-Ausstellfenster und einen inneren Drehflügelfenster ausgebildet. Der Sonnenschutz liegt witterungsgeschützt im Fassadenzwischenraum. Die opaken Fassadenelemente sind mit einem speziell angepassten Muster im Siebdruckverfahren bedruckt.

Solarkamine – Lüftung durch natürlichen Auftrieb

Wichtigstes Element des haustechnischen Konzeptes stellen die ‚Solarkamine‘ in den großen Seminarräumen dar. Dem Raum wird Zuluft über die Fassade zugeführt, welche im Winter zusätzlich erwärmt werden kann. Die warme Luft durchströmt den Raum und steigt durch ihren natürlichen Auftrieb an der Innenwand entlang über Öffnungsklappen in der Decke in einen folgenden Glaskamin und schließlich über das Dach ins Freie. Durch das Prinzip des Solarkamins kann die notwendige hygienische Luftqualität sichergestellt werden. Der Energieeinsatz beschränkt sich auf die Steuerung und die Stellmotoren, Indikator ist die CO2 Konzentration im Raum. Weitere Bausteine des integrativen haustechnischen Konzeptes sind Geothermie und der Luft-Erdreichwärmetauscher für den Hörsaal.